Kunstinstallation setzt leuchtendes Zeichen gegen das Hardturm-Projekt

Auf dem Hardturm Areal leuchtet zur Zeit jeden Abend die Kunstinstallation der beiden Zürcher Künstler Sergej Klammer und Lukas Zeller. Der Brachenpixel „Ledigit“ macht auf die grosse Bedeutung der Stadionbrache für die Stadtbevölkerung aufmerksam. Dieser beliebte Park verschwände ersatzlos, wenn das Stadion- und Hochhausprojekt auf dem Hardturm Areal gebaut würde.

Link zum Video über die Lichtinstallation Ledigit

Die Stadionbrache ist das letzte grosse unbebaute, zusammenhängende Grundstück in der Stadt Zürich. „Das Areal sollte als Grünanlage und flexible Allmend erhalten werden, um temporäre kulturelle, sportliche oder gesellschaftliche Anlässe unterbringen zu können“, erklärt Sergej Klammer, der die Vision eines Central Park für Zürich hat.

Immer weniger Grünanlagen

Dieser öffentlicher Grün- und Freiraum wird heute von 50’000 Menschen im Jahr für Sport, Urban Gardening, Outdoor Cooking, Kinderbetreuung, Kultur sowie soziale Projekte genutzt. Dazu kommen weitere 50’000 Besucher/innen der verschiedenen kommerziellen Angebote auf dem Hartplatz, wie Street Food Festival, Musikfestivals oder Zirkusvorstellungen.

In einer wachsenden Stadt braucht es demnach mehr und nicht weniger öffentliche Plätze und Grünanlagen, betont der Künstler und Architekt. Die aktuellen Grünanlagen (Sechseläuteplatz, Quai-Anlagen, Limmatufer, Josefwiese, Werdinsel u. a.) sind bereits überfüllt. Denn die Bevölkerung der Stadt Zürich hat ein zunehmendes Bedürfnis, raus zu gehen, ihre Freizeit in der Nähe zu verbringen und mit anderen Menschen Aktivitäten im öffentlichen Raum zu teilen.

Leuchtbuchstabe für die Stadionbrache

Klammer und Zeller haben eine einzige, 4 Meter mal 4 Meter grosse Installation, die sie „Ledigit“ nennen, auf der Hardturm Wand montiert. Sie besteht aus einem Holzrahmen und 25 LED-Pixel. Buchstaben leuchten auf, die in ihrer der Abfolge Worte wie BIODIVERSITÄT, FUSSBALL, MOEGLICHKEITSRAUM, ZIRKUS, ALLMEND, GRUNDWASSER, MULTIFUNKTIONAL bilden. Damit benennt diese Installation die vielfältigen Qualitäten der Stadionbrache. Die Schlagworte sind von der Waid und vom Höngger Berg besonders gut zu lesen. „Dafür muss man sich aber Zeit nehmen“, erklärt Initiator Sergej Klammer, „denn jeder Buchstabe erscheint einzeln und nacheinander.“

Die Kunstinstallation ist Teil des Festivals „Living Room“, das vom 30. Juni bis 7. Juli 2018 auf der Stadionbrache stattfindet. Die Aktion wird von der IG Freiräume unterstützt. Dieser Verein kämpft für den Erhalt der Stadionbrache und somit gegen das Stadion- und Hochhausprojekt Hardturm.