Gardening, Sport, Kunst & Forschung

Gemüse, Brot, Eier

Die Stadionbrache bietet eine neue Form der kollaborativen Landwirtschaft in der Stadt. Hier kann man sowohl seine Freizeit verbringen als auch Lebensmittel produzieren. Koordiniert durch den Verein Stadiongarten bepflanzen Menschen aus dem Quartier rund 100 Holzkisten, ausrangierte Wassertanks und alte Badewannen mit Gemüse, Kräutern und Blumen. Die Mitglieder im Verein Brotoloco backen jeden Samstag zusammen Brot in den Lehmöfen. Der Verein Hardturm-Hühner betreibt einen Hühnerhof mit vier Hennen und einem Hahn. Der Brachenpfleger produziert Honig, Pilze auf Holzstämmen sowie Gemüse und Früchte für den Mittagstisch, auf den jeden Montag – auch im Winter – eine warme Malzeit mit Dessert kommt.

Sport

Auf der Stadionbrache wird viel Sport getrieben – ohne Druck und selbstorganisiert. Das Soziale steht mehr als die Leistung im Vordergrund. Dutzende Skaterinnen und Skater rollen jeden Tag über den selbstgebauten Skaterpark „The Beast“, eine befahrbare Skulptur. Auf dem Boulderwürfel kann jede und jeder frei klettern. Und auf dem Fussballplatz trainieren verschiedene Erwachsenen-Gruppen, darunter auch AsylbewerberInnen, und der den PrimarschülerInnen angebotene FC Brache. Jedes Jahr findet das populäre Brachen-Grumpi statt.

Bild: Gian Gadient

Kunst und Kultur

Auf der Stadionbrache ist Kunst sehr präsent, auch in unerwarteten Formen. Kunst und Sport sind hier keine Gegensätze. Junge SkaterInnen haben die befahrbare Skulptur „The Beast“ gebaut, eines der Wahrzeichen der Stadionbrache. Eine „Kletterskulptur“ lädt zum freien bouldern ein. Jedes Jahr finden verschiedene Kulturanlässe statt und werden Kunstprojekte realisiert.

Forschung

Auf der Stadionbrache fanden bereits verschiedene Forschungsprojekte einen passenden Ort. Skyfood unternahm hier einen Versuch um Insekten zu züchten. Das Buch „Beezza! Das Bienenkochbuch“ von Daniel Ambühl ist zum grossen Teil auf der Brache photographiert worden. Die Kunstschaffenden Baggenstos/Rudolf stoppten auf dem Areal mit ihrem Projekt „Vom Urin zum Protein“, mit dem sie Wasserlinsen als neue Proteinquelle kultivierten. Der Biologe André Rey hat hier die Tierarten für seine Studie zur Biodiversität in der Stadt Zürich erfasst. Der Architekt Nikos Nikolis hat eine CAS-Studie über die Stadionbrache an der Hochschule Luzern verfasst.